Die Behauptung, mit nur einer ganz bestimmten Stellung gut Billard spielen zu können, ist eine Übertreibung. Es gibt genau so viele Körperstellungen wie Spieler. Trotzdem gelten bestimmte Grundregeln, die eingehalten werden sollten. Die folgende Beschreibung gilt für Rechtshänder, Linkshänder müssen also umgekehrt vorgehen.
Wie bereits erklärt wurde, ist es sehr wichtig, daß der rechte Arm einen rechten Winkel zwischen Ober-und Unterarm bildet (siehe Abbildung 15). Es ist auch für den Stoß selbst von Bedeutung, daß Sie das Queue so halten, als sei es aus Porzellan.
Da Sie so vieles beachten müssen, bevor Sie endlich an das eigentliche Spielen kommen, ist es nur natürlich, daß die ersten Stöße ein bißchen verkrampft sind und die Bälle vielleicht nicht dorthin rollen, wohin Sie sie eigentlich haben wollten. Das kommt besonders bei solchen Spielern vor, die bereits vor dem Erlernen der eigentlichen Grundregeln Billard gespielt haben.
Wer einem guten Billardspieler zuschaut und sieht, wie rasch und mühelos er einen Ball um den anderen trifft und versenkt, kann zum Schluß kommen, das Billardspiel sei recht einfach. Die Tatsache ist jedoch so, daß der erfahrene Spieler ein geübtes Auge besitzt und so die Lage auf dem Tisch laufend zu überblicken und zu analysieren vermag.
Als Anfänger machen Billardspieler oft den Fehler, viel zu stark zu spielen. Man könnte glauben, ein solcher Spieler sei der Auffassung, wenn er nur kräftig genug zustoße, müsse der Ball ins Loch fallen.
Zweifelsohne ist es die Anwendung von Effets, die im Billard seit jeher die begehrten Blicke von uneingeweihten Zuschauern auf sich zu ziehen vermochte. Deshalb ist es der Wunsch eines jeden Spielers, diesen schwierigsten Teil des Billards beherrschen zu lernen.
Die Tischbanden sind mit eingelegten Plastikmarkierungen, sogenannten Diamanten, versehen. Diese helfen Ihnen, beim indirekten Spiel den Winkel abzuschätzen. Für das Karambol-Billard sind diese Diamanten außerordentlich wichtig, da dieses Spiel auf dem Bandenspiel aufgebaut ist.
Inzwischen haben Sie Ihre Stöße eifrig trainiert, eine gewisse Sicherheit beim Versenken der Bälle erreicht und überhaupt etwas mehr über den Tisch und seine Eigenschaften gelernt. Damit können wir uns jetzt ans Positionsspiel wagen. Das Positionsspiel ist die Erklärung dafür, warum Pool-Billard für den Zuschauer eines guten Spielers so einfach aussieht.